Geschichte

 

Im Güterverzeichnis des Kölner Ursulastiftes von 922 sind zwei Kirchen in Arnoldsweiler bezeugt, das damals noch Ginnizweiler hieß. Die erste Kirche ist die Vorgängerin der heutigen Arnolduskapelle und die zweite, die nicht mehr besteht, war eventuell dem hl. Urban geweiht, da die Urbanusverehrung in Arnoldsweiler nie ganz verschwunden ist. 1742 wurde der hl. Urban in den Visitationsprotokollen – wahrscheinlich versehentlich – sogar als Pfarrpatron bezeichnet.

Bereits 1360 bestätigte Herzog Wilhelm I. von Jülich (geb. um 1299, gest. 1361) die Verpflichtung der Bürgewaldgemeinden zur Entrichtung eines Kerzenopfers am Pfingstdienstag, später am Pfingstmontag. Diese Verpflichtung wurde erst im 19. Jahrhundert abgelöst.

Die älteste bildliche Darstellung des hl. Arnold ist in der heute Arnolduskapelle genannten ehemaligen Pfarrkirche die Sandsteinfigur auf dem Hochgrab aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In einem Weistum von 1548/49 wird eine Arnoldusbruderschaft erwähnt, ein Hinweis auf eine seit längerem bestehende Arnoldusverehrung. Die Sandsteinfigur auf dem Hochgrab des Heiligen entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Die alte Arnolduskirche, die wohl bereits vor 1168 zur Pfarrkirche erhoben worden war, wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war sie jedoch so baufällig, daß ein Neubau geplant werden mußte. So enstand in den Jahren 1899-1902 nach den Plänen des Kölner Architekten Theodor Roß (1864-1930) eine neue wesentlich größere Kirche.

Unter anderem auf Betreiben des aus Niederzier gebürtigen und später hoch dekorierten Kölner Domkapitulars Dr. Arnold Steffens (1851-1923), wurde der nunmehr Arnolduskapelle genannte Rest der ehemaligen Pfarrkirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder instand gesetzt und beherbergt seitdem erneut das Grabmal des hl. Arnold.

1913/14 schmückte der rheinische Maler Peter Hecker (1884-1971) die Deckengewölbe mit einem sehenswerten Freskenzyklus, den er 1952 zum zweiten Mal anfertigen und 1955 ergänzen durfte.

Zum Namenstag des hl. Arnold am 18. Juli findet jedes Jahr in Arnoldsweiler die Arnolduswoche statt.

Seit 1988 stehen die Pfarrgemeinden St. Arnold in Arnoldsweiler und St. Peter in Birkesdorf unter einer gemeinsamen Leitung. Im Jahre 2000 kam die Pfarre St. Joachim in Düren-Nord hinzu und bildeten eine Weggemeinschaft (Gemeinschaft der Gemeinden) mit dem Namen GdG Düren-Nord. Am 01. Januar 2010 wurde die GdG Düren-Nord erheblich vergrößert. Neu hinzu kamen die Pfarren St. Peter in Merken, St. Michael in Echtz, Herz-Jesu in Hoven, St. Martinus in Derichsweiler und St. Mariä Himmelfahrt in Mariaweiler, während die Gemeinden St. Peter in Birkesdorf und St. Joachim in Düren-Nord zur neuen Pfarre "St. Joachim und St. Peter" fusionierten.


Danksagung:
Wir danken Herrn Pfarrer a.D. Rudolf Wyrsch für seine ausführlichen Hinweise und Verbesserungen bezüglich der Geschichte von Arnoldsweiler.
Ausführlichere Informationen sind in folgender Literatur zu finden:
Rudolf A. H. Wyrsch: Der heilige Arnold von Arnoldsweiler. Legende und Geschichte der Verehrung eines rheinischen Heiligen, Jülich 1994 (Forum Jülicher Geschichte 9)